Andreas Neumann-Nochten

erblickte 1960 im Norden Deutschlands das Licht der Welt. Nach Schulbesuch und Abitur studierte er an der Kirchlichen Hochschule in Naumburg/Saale Theologie. Das erfolgreiche theologische Examen in der Tasche, begann er danach eine Ausbildung zum Krankenpfleger.
Jahre darauf verschlug es ihn familienhalber nach Grano bei Guben. Dort übernahm er das Amt des Bürgermeisters, Organisten und Chorleiters im örtlichen Gesangsverein und beschloß als selbständiger Maler, Grafiker und Karikaturist reich und berühmt zu werden. Na ja, gut Ding will Weile haben...
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Malerei

Schon immer hatten Bilder, zumal die gemalten und die gezeichneten auf mich eine geradezu magische Wirkung. Die erste größere Ausgabe meines Lebens bestand im Alter von acht Jahren darin, mir von meinem Taschengeld einen aufgeblockten Kunstdruck von Pinturicchios „Bildnis eines Knabens" zu erwerben. Und da mich die 20 Mark doch arg schmerzten, beschloss ich selbst Maler zu werden. Mir ging es ja nicht um die Kunst, sondern um schöne Bilder, die ich um mich wissen wollte. So wie andere Kinder mit Kaugummibildern oder Matchboxautos ihrer Sammelleidenschaft frönten, füllten sich bei mir die Mappen mit Kunstdrucken, die ich wiederum als Bildvorlagen verwendete.

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Mit den Werken der Moderne kam ich viel später in Berührung. In der Wohnung eines alten Notars in der Görlitzer Struvestraße „begegneten" mir zu Beginn der 80er Jahre die ersten Expressionisten. Noch heute sehe ich das verschmitze Lächeln des alten Herren vor mir, als er mir das Einschussloch auf einem der großformatigen Bilder erklärte: „wir hatten seinerzeit auch noch ein paar drittklassige „Holländer". Die haben die Russen '45 mitgenommen. Für die moderne Kunst hatten sie nur eine Kugel übrig."

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Zeichnung

Es wird berichtet, dass ein junger Mann zu Rembrand kam, um in dessen Werkstatt das Malen zu erlernen. Zum Beweis seiner Fähigkeiten legte der angehende Künstler einige seiner Farbarbeiten dem Meister vor und erwartete ehrfurchtsvoll dessen Urteil. Das war weder ein großes Lob noch ein Verriss. Rembrandts Antwort lautete: Du musst zeichnen können, was Du malen willst.

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Zeichnungen haben den großen Vorteil, dass sie was die Fertigung anbelangt, auf relativ kleinem Raum zustande kommen können. Was braucht es mehr als einen Block, ein paar Stifte, einen Tisch und halbwegs gute Beleuchtung. Und ganz im Rembrandtschen Sinne sind gute Zeichnungen allemal die erste Voraussetzung für gute Bilder. Und sie sind  etwas Besonderes in Zeiten, da die Herstellung von Abbildungen von den dafür vorgesehen Gerätschaften quasi schon selbständig verrichtet wird.